In Alter

 

Unsere Tage zu zählen, lehre uns, Herr, daß wir zur Weisheit des Herzens gelangen.

Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt.

Ja, ich komme bald.- Amen, komm, Herr Jesus !

 

Es komt der der Tag, dem keine Nacht mehr folgt, da Gott die Tränen in den Augen trocknet, der Tod nicht wieder kommt, noch Trauer, Klage, Schmerz, weil das Vergängliche vergangen ist.

 

Vor einem jähen und unversehenen Tod bewahre uns, o Herr.

 

Herr, ich bin alt, schwach und krank, ich kann nichts mehr tun; aber Du läßt mich leben. So will ich da sein für Dich. Hilf mir, daß ich all die Dienste, die ich von anderen brauche, willig und dankbar annehme. Gib Du Deinen Segen allen, die mir Gutes tun.

 

 

Himmlischer Vater, ich fühle, daß mein Leben zur Neige geht, und manchmal habe ich Angst, daß es nicht so war, wie es hätte sein sollen. Ich kann nicht mehr viel dazu tun. Trotz allem danke ich Dir dafür. Laß mich nun zur Ruhe kommen.

Laß diese kurzen Jahre, die du mir noch schenken willst, zu einem guten Abschluß meines Lebens werden. Laß mich offen sein für alle Menschen, die meine Liebe brauchen. Laß mich Verständnis haben für junge Menschen haben, mich freuen auch an dem, was ich selber nicht mehr tun kann. Laß mich durch mein Beten teilhaben an allem, was nach Deinem Willen in der Welt geschieht. Komm Du in meine Einsamkeit. Erfülle sie mit Deiner Liebe. Laß den Weg sichtbar werden, den wir Menschen alle gehen, den Weg zu Ewigkeit. Amen

 

O Herr, bitter ist das Brot dews Alter und hart. Wie erschien ich mir früher reich – wie arm bin ich nun, einsam und hilflos. Wozu tauge ich noch auf Erden? Schmerzen plagen mich Tag und Nacht, träge rinnen die Stunden meiner schlflosen Nächte dahin; ich bin nur noch ein Schatten dessen, der ich einmal war. Ich falle den anderen zur Last.

Herr, laß genug sein. Wann wird die Nacht enden und der lichte Tag aufgehn? Hilf mir, geduldig zu sein. Zeig mir dein Anlitz, je mehr mir alles andere entschwindet. Laß mich den Atem der Ewigkeit verspüren, nun, da mir aufhört die Zeit. Auf Dich, Herr, habe ich gehofft; laß mich nicht zugrunde gehen in Ewigkeit. Amen       Michelangelo

 

Herr und Heiland, schau auf mich. Reich mir Deine Hand. Trag mit mir die Last der Jahre. Gib Gesundheit und Heil, Trost und Geduld, Geduld mit den Menschen, Geduld mit den Dingen, Geduld mit mir selber. Sei Du mit mir in der Einsamkeit. Öffne meinen Mund zu Deinem Lob. Laß mich fruchtbar sein an Werken der Güte. Laß mein Herz nicht von Undankbarkeit verschlossen werden. Deine Liebe bewahre mich von der Starre des eigenen Sinnes, vor Selbstsucht und Verbitterung. Sie heile mich, wenn Versuchung mich überfällt. Laß Dein heiliges Opfer und Mahl die Kraft meiner Tage sein.

Wenn Du rufst, laß mich Deine Stimme erkennen, ihr freudig folgen und mit Simeon beten: „Nun läßt Du, Herr, Deinen Knecht, wie Du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das Du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für Dein Volk Israel.“ Amen