| Ernst Neger, 80. Ein halbes Jahrhundert lang trieb er karnevalistische "Jecke" und "Fassenachter" zum Äußersten: Wenn der "Neschä" - die behaarten Unterarme gegen die festgezurrte Lederschürze gestemmt - vom blinden Toni Hämmerle am Klavier begleitet sein "Heile, heile Gänsje" anstimmte, liefen den saisonal Heiteren vor Rührung die Tränen herunter. Er schaffte es sogar, zur bundesweiten Erfolgsnummer im klinischen Dauergeschunkele des TV-Fastnachts-Trauerspiels "Mainz bleibt Mainz" zu werden. Nur bei seinem Auftritt konnten sich die mützengeschmückten und glockenbewehrten Festkomitee-Bonzen bei den "lieben Närrinnen und Narrhallesen" nicht durchsetzen und den Ruf nach Zugaben unterdrücken. Dem "singenden Dachdeckermeister" brachte diese Popularität zwar lukrative Verträge für 15 Langspielplatten, 60 Singles und eine "Goldene" für "Wini wini wana wana", aber auch jede Menge Neid der anderen Aktiven ein. Den unsterblichen Ruhm errang der Besitzer von 1000 blechernen Karnevals-Orden und einer Gutenberg-Plakette jedoch weder mit "Rucki-Zucki" noch "Babberlababberlabab", sondern seinem 64er-Hit "Humba, humba, täterä", der eine enthemmte Fernsehnation in Hysterie versetzte. Deutsche Entwicklungshelfer in Afrika mußten anschließend Aufklärungsarbeit besonderer Art leisten: Die Eingeborenen hielten den Song im stampfenden Rhythmus für die deutsche Nationalhymne * 14 Januar 1909 in Mainz; † 15 Januar 1989 in Mainz |
Ivo Robic - Morgen 1985
Ronny - Es war im Böhmerwald
Freddy Quinn - Aloha oe 1962
Die Wildecker Herzbuben - Herzilein